Meditation

Vielleicht verbinden Sie mit Meditation einen hageren Inder im Lotussitz oder einen dicken, lachenden Buddha. Vielleicht glauben Sie, Sie müssen erst viel theoretisches Wissen ansammeln, aber das ist nicht notwendig.

 

Auch in unserem Kulturkreis kehren Menschen sich nach innen, leben aus ihrer Mitte. „Programm Leben aus der Mitte – Meditation im Bistum Essen“ war mein erster Kontakt in dieser Richtung. Meditation kommt aber gar nicht vom Wort Mitte sondern ist abgeleitet aus der lateinischen Sprache bedeutet eher nachdenken, nachsinnen, überlegen. (Wikipedia)

 

Ich selbst war 31 Jahre in der Ordensgemeinschaft der Clemensschwestern. In der Ausbildung wurden wir in unterschiedlichste Formen des Betens eingewiesen. Dazu gehörte auch ein Einführungskurs in die ZEN-Meditation oder ZEN-Kontemplation bei Pater Johannes Kopp in Essen. Pater Johannes (gest. 2016) gehörte zur ersten Generation der christlichen Zen-Lehrer. Er war Priester, Ordensmann und erhielt 1985 in Japan von Yamada Koun Roshi die Lehrbefähigung.

 

Abgesehen von den äußeren Ritualen, die einen ruhigen, reibungslosen Ablauf ermöglichen, war die Zeit der Meditation, die Zeit des stillen Sitzens, für mich eher unspektakulär. Ich brauche kein Wissen über den Buddhismus, um den Atem zu begleiten, um aufmerksam in der Gegenwart zu sein, um wahrnehmend und liebevoll mit mir zu sein, so – wie und wer ich gerade bin.

 

In erster Linie wurde und werde ich mit mir konfrontiert – und ich bin der „Ort des Geschehens“. Es ist keine große Vorstellungskraft erforderlich, um zu erahnen, dass dieses mal sehr schön und mal weniger schön ausfallen kann. Auch wenn es nicht immer leicht ist, so gehe ich immer gestärkt aus der Übung hervor. Sie ist mir eine große Hilfe, geerdet und mit Vertrauen meinen Alltag zu meistern. Sie hören recht – geerdet – nicht im Himmel schwebend. Es gibt allerdings auch sehr leichte, beglückende Erlebnisse. Und etwas ist sehr wichtig: Jeder Mensch macht seine ganz individuellen Erfahrungen. Am besten ist es, absichtslos und ohne Erwartungen sich in die Zeit der körperlichen und äußeren Stille zu begeben.

 

Es ist mir eine Freude, Menschen auf dem Weg zu ihrer eigenen Erfahrungen, zu „ihrem wahren Selbst“, wie ich Pater Kopp häufig sagen hörte, zu begleiten.

 



 

Meditation im Kursablauf

 

Meditation ist ein Element von mehreren in meinen Kursen. Vielen Teilnehmerinnen ist der strenge Weg der ZEN-Meditation fremd, freuen sich jedoch, erste Erfahrungen unter Anleitung machen zu können. Dazu gehören

 

  • bewusstes Spüren des Körpers

  • Hilfen zur Körperhaltung

  • Wahrnehmungsübungen

  • Atemübungen

  • Umgang mit Gedanken

  • Sitzen in Stille

 

In einem natürlichen Rhythmus wechseln Wort und Stille ab. Nach einer Zeit des gemeinsamen Schweigens, erhalten Worte oft eine tiefe Bedeutung, werden wesentlicher. Umgekehrt tritt nach Gesprächen oder Impulsen die Stille wie von selbst ein.

 

Welchen Zeitraum die einzelnen Inhalte einnehmen, hängt von den Bedürfnissen der Teilnehmerinnen und der Gruppe ab. Sehr spürsam und wahrnehmend folge ich dem jeweiligen Prozess und greife nach Möglichkeit ihre Bedürfnisse auf. Daher variieren die Zeiträume für die einzelnen Inhalte. Erfahrungsgemäß sagen viele am Ende eines Kurses: „Ich konnte viel für mich mitnehmen, auch wenn ich vielleicht andere Vorstellungen hatte“.

 

Aber so ist das Leben: Wenn wir uns auf einen unbekannten Weg machen, können wir viel Neues entdecken und das ist möglich mit jedem Atemzug.